Der Regenwald brennt: Was wir selbst tun können

Kommentar von Elena MacKenzie

Penelope ist eigentlich kein politisches Magazin. Wir berichten normalerweise über Liebesromane, Autoren, Erotik, Lifestyle. Heute möchte ich eine Ausnahme machen, denn ich habe Angst. Die Bilder des brennenden Amazonas machen mir Angst. Umweltschutz ist ein Thema, das wir alle nicht länger ignorieren sollten. Ich kann über Menschen, die sich über Greta lustig machen und nicht davor zurückschrecken, ein Kind öffentlich zu beleidigen, nur den Kopf schütteln. Ich schüttle auch den Kopf über Menschen, die mir sagen, ich hätte mich mit dem Greta-Virus infiziert. Das verletzt mich nicht, das bestärkt mich nur in dem, was ich tue.

Vielleicht bin ich nur eine Person, die nicht in den Urlaub fliegt, nicht auf Kreuzfahrten geht, Fleisch nur noch selten und nur noch in der Landmetzgerei holt, Eier nur noch direkt vom Bauern, Gemüse nicht mehr in Tüten packt, sondern ein wiederverwendbares Netz benutzt. Und vielleicht kann ich nicht die Welt retten, genauso wenig wie Greta es kann, aber ich sehe auch nicht mehr länger weg. Ich schaue mich nach Möglichkeiten um, etwas zu tun und warte nicht darauf, dass die Politik etwas tut, denn das wird noch viele Jahre dauern.

Kürzlich habe ich entdeckt, dass man aus Kastanien Waschmittel machen kann. Ein umweltschonendes Waschmittel, das man im Herbst noch dazu kostenlos in der Natur findet. Und das beste, die Wäsche bleibt ganz ohne Weichspüler weich. Man kann ganz einfach Naturkosmetik herstellen. Statt Plastikflaschen zu kaufen, den Sodastream oder Wassermax verwenden. Im Garten eine insektenfreundliche Blumenwiese anlegen. Ich habe seit diesem Jahr eine und bin ganz erstaunt, jeden Tag neue Blumen zu entdecken und freue mich über Hummeln, Bienen und andere Insekten, die sich dort tummeln. Nächstes Jahr wird meine Blumenwiese noch größer sein. All das sind vielleicht nur kleine Dinge, aber je mehr Menschen selbst versuchen, etwas zu tun, desto größer wird die Wirkung. Und die Menschen, die mich deswegen belächeln oder gar beschimpfen, können mir gestohlen bleiben.

Und jetzt brennt der Amazonas und auch hier kann ich etwas tun. Ich kann auf Produkte mit Palmöl, Sojabohnen oder Fleisch aus Südamerika verzichten. Und je mehr von uns das tun, desto höher wird der Druck, den wir alle gemeinsam auf die Wirtschaft und Politik ausüben können. Wir können nicht länger wegsehen, wie der Regenwald gerodet wird, um noch mehr Soja anbauen zu können, noch mehr Vieh züchten zu können, das dann in Europa von uns verarbeitet wird. Je größer die Nachfrage bei uns, desto mehr Regenwald wird verschwinden. Und wir brauchen den Regenwald. Was wir nicht brauchen sind Brände, die CO2 in die Atmosphäre schleudern, Orang-Utans töten und Politiker, die vor der Wahrheit zugunsten von Macht und Geld die Augen verschließen. Ganz nach dem Motto, nach uns die Sintflut.

Umdenken fängt nicht dadurch an, dass wir abwarten, was die dort oben tun. Umdenken fängt hier unten bei uns allen an. Mit kleinen Dingen.

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