Die Outlander-Sache und ich

Kannst du ein Geheimnis wahren? Ja? okay, aber es muss wirklich unter uns bleiben! Ich hab nämlich was mit Jamie Fraser laufen. und ja, es ist eine wirklich ernste Sache. Was, du kennst Jamie nicht? Ernsthaft? hast du in den letzten Jahren unter einem Stein oder hinter dem Mond gelebt? Sorry, ich will nicht unsachlich werden, aber Jamie Fraser MuSS man kennen! Auch wenn ich zugeben muss, dass unsere Bekanntschaft auch erst jüngeren Datums ist. Wie viel Zeit ich doch verschwendet habe … wie wäre mein Leben wohl verlaufen, hätte ich ihn bereits 1991 kennengelernt, als er das Licht der Welt erblickte – Pardon: zum ersten Mal zwischen zwei Buchdeckeln auftauchte. Jamie Fraser ist nämlich – leider – nicht aus Fleisch und Blut, sondern der Held von Diana Gabaldons Romanreihe Outlander.
1991 habe ich gerade Abitur gemacht und kurz darauf mit meinem Germanistik-Studium begonnen – mit historischen Romanen hatte ich nix am Hut, mit Zeitreisen noch weniger. wie dumm und arrogant ich in der Rückschau damals doch war. Und natürlich jung. Blutjung. um dir die weiteren Irrungen und Wirrungen meines Lebens zu ersparen, kürze ich an dieser Stelle ab und steige zu dem Zeitpunkt ein, in dem Jamie endlich in mein Leben trat. Es war im März 2015 und ich hing in meiner dritten Hot Chocolate- Episode fest, für die ich dringend den nötigen Kick brauchte. Eine Freundin schwärmte mir in den höchsten Tönen von Outlander vor. Sie hatte »Feuer und Stein«, so der deutsche Titel des ersten Romans in der Reihe, bereits vor Jahren gelesen und noch immer konnte sie mir en detail von den sagenhaften Fähigkeiten des schneidigen Schotten Jamie berichten. So detailliert, dass ich umgehend einen Schotten als Nebenfigur bei »Hot Chocolate –Kate & Blue« einbaute und außerdem das Buch las.
Ich mochte den Roman, obwohl ich die ersten 150 Seiten ziemlich langatmig fand, ich grundsätzlich nicht so irre gerne dicke Wälzer lese, die obendrein noch teil einer ausgedehnten Serie sind und sich meine Einstellung zu historischen Romanen seit meinem Abitur nicht signifikant geändert hat. Richtig entflammt für Jamie und Co bin ich aber noch später, als ich dringend neuen Hörbuch-Stoff brauchte. Während ich zwar nicht allzu gerne monumentale Werke lese, höre ich sie doch wahnsinnig gerne: Beim Joggen, beim Gassigehen, beim Bügeln. Ich habe es dann mit der englischen Version – gesprochen von der unglaublichen
Davina Porter – versucht und war komplett verzaubert. Der Hund war irritiert, aber hocherfreut, wie ausführlich er plötzlich ständig ausgeführt wurde und die Wäscheberge schmolzen nur so dahin. Im Schnitt dauert ein Outlander-Hörbuch gut 40 Stunden, das sind bei acht Teilen 320 Stunden, also fast zwei Wochen. Eine Menge Holz, doch leider war ich irgendwann auch damit durch.
Gut, dass inzwischen auch die »Lord John«-Saga von Diana zum großen Teil in Audioversion vorliegt. Die Gassirunden sind also noch ein Weilchen gesichert. Und dann ist da ja noch die TV-Serie! Neben meiner Abneigung gegen dicke historische Wälzer habe ich auch noch eine gegen Verfilmungen, doch … hachz. Muss ich mehr sagen? Sam Heughan und Caitriona Balfe als Jamie und Claire sind absolut perfekt. Wenn ich so lese, was ich gerade geschrieben habe, muss ich mein Statement aus den ersten Zeilen korrigieren: ich habe nicht nur eine ernste Sache mit Jamie Fraser laufen, sondern auch mit Claire, Lord John, Roger, Jenny, Brianna, Fergus, … Kurz ich bin unverhofft zu einem manischen Fangirl der großartigen Autorin Diana Gabaldon mutiert, vor der ich nur demütig den Hut ziehen kann. Danke, Diana für deine wunderbaren Geschichten! PS: Diana hat übrigens einen neunten Teil angekündigt! Ich kann es kaum erwarten!!
Noch ein PS: Mein Schotte, zu dem mich Jamie Fraser inspiriert hat, heißt übrigens Ian Stewart und geistert in mittlerweile fünf meiner Bücher herum. In zwei Hot Chocolate-Episoden (»Kate & Blue« und »Lust«) hat er beeindruckende Gastauftritte (einmal sogar im Kilt!), in »San Francisco Millionaires Club – Ian« hat er endlich die verdiente Hauptrolle bekommen. In »San Francisco Millionaires Club – Derek« tritt er wieder ins zweite Glied zurück, während er bei »Robin – high in the Sky« als Bruder der Protagonisten Robin Stewart wieder eine ziemlich prominente Rolle spielt.
Charlotte Taylor

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